Lange ist es her...

Während der Reformation kamen „Hagenbuch“ aus dem Kanton Zürich nach Oberlunkhofen. Erstmals erwähnt wurde ein Hans Hagenbuch im Hubgültenverzeichnis des Jahres 1567.                                                  

Um 1740 baute Untervogt Hans Jakob Hagenbuch im Oberdorf - neben dem „Friburgerli“ -  eine neue Siedlung und überliess diese seinem älteren Sohn Johann und dessen Nachkommen. Das heute noch bestehende Wohnhaus wurde 1846 für den damaligen Gemeindeschreiber Johann Hagenbuch gebaut. Baumeister war Johann Keusch aus Boswil, der 1848 auch den neuen Glockenstuhl der Pfarrkirche baute. Aus dieser Zeit kommt der Familien-Beiname „s’Schribers“, welcher bis heute geblieben ist. 1854 wurde eine Eigengewächswirtschaft angemeldet.

 

Der alte Strassenverlauf führte an der Südostfassade des Gebäudes vorbei und so wurde denn auch die hintere, hofseitige Trauffassade als Hauptfront angesehen. Mit dem Bau der Zürcherstrasse um 1925 verschob sich das Gewicht zugunsten der talwärts blickenden Trauffront, die damals einen repräsentativen Portalvorbau mit Freitreppe erhielt. 

 

Inventar der Denkmalpflege, Kanton Aargau, 1996, Auszug aus der Würdigung:

Das 1846 nach Plänen des Boswiler Baumeisters Johann Keusch errichtete Restaurant „Bauernhof“ ist ein vollständig intaktes repräsentatives bäuerliches Wohnhaus in der für den späten Klassizismus charakteristischen, nüchtern-schlichten Gestalt, die von streng axial organisierten Fassaden und markanten Quergiebelelementen geprägt wird. Teile des Biedermeier-Interieurs sind erhalten.

 

Auf dem Bauernhof wurde die Restauration als Nebengeschäft betrieben, Haupterwerbszweig war immer die Landwirtschaft. Dennoch erblühte die Speisewirtschaft während den Nachkriegsjahren und war bis in die 1990iger Jahre ein beliebter Treffpunkt. Weit herum bekannt war die „Metzgete“. Noch heute schwärmen die älteren Oberlunkhofer von der legendären „Uuslumpete“, die jeweils bis in die frühen Morgenstunden dauerte.

 

Das Ehepaar Johann und Theresia Hagenbuch-Strebel wirteten zusammen mit der Schwester und Schwägerin Anni Hagenbuch bis ins hohe Alter, da von den Nachkommen niemand Interesse an diesem Geschäftszweig zeigte. Theresia Hagenbuch bewirtete Ihre Stammgäste zum letzten Mal am 21. Oktober 2011, am Abend vor Ihrem Tod.

 

Der Umstand, dass das ehrwürdige, denkmalgeschützte Haus dringend saniert werden musste, brachte uns auf die risikoreiche Idee, das Haus als Gasthaus weiter zu betreiben. Zusammen mit unserem jüngsten Sohn Andreas und seinen Geschwistern hoffen wir auf ein gutes Gelingen des Projektes.

 

Wir freuen uns auf unzählige unvergessliche Stunden mit Ihnen.